Die Hauptuntersuchung (HU) beim TÜV, DEKRA oder einer anderen anerkannten Prüforganisation ist für alle Fahrzeughalter in Deutschland Pflicht. 2026 liegen die Kosten zwischen 155 und 166 Euro für einen Pkw – wer unvorbereitet kommt, riskiert Mängel und teure Nachprüfungen.
Was ist die Hauptuntersuchung (HU)?
Die Hauptuntersuchung, umgangssprachlich „TÜV“ genannt, ist eine gesetzlich vorgeschriebene Überprüfung der Verkehrs- und Betriebssicherheit. Sie wird von TÜV, DEKRA, GTÜ oder KÜS durchgeführt.
Intervalle
- PKW und Motorräder: Alle 2 Jahre (ab der 1. HU nach 3 Jahren)
- Neuwagen: Erste HU nach 3 Jahren, dann alle 2 Jahre
- LKW und Busse: Jährlich
Was wird bei der HU geprüft?
Beleuchtung (27% aller Mängel)
- Abblendlicht, Fernlicht, Blinker vorne/hinten/seitlich
- Bremslichter, Nebellichter, Kennzeichenbeleuchtung, Rückfahrscheinwerfer
Bremsen (18% aller Mängel)
- Bremsanlage (Leitungen, Flüssigkeitsstand), Bremsscheiben und -beläge
- Bremswirkung auf dem Rollenprüfstand, Handbremse
Achsen, Lenkung und Fahrwerk (12% aller Mängel)
- Lenkung auf Spiel und Leichtgängigkeit
- Spurstangen, Kugelgelenke, Stoßdämpfer, Radlager
Reifen und Räder
- Profiltiefe mind. 1,6 mm (empfohlen: mind. 3 mm)
- Keine sichtbaren Schäden, korrekte Reifengröße
Karosserie und Sichtfeld
- Windschutzscheibe: keine Risse im Sichtfeld (Zone A)
- Scheibenwischer und Scheibenwaschanlage, Spiegel, keine sicherheitsrelevante Korrosion
TÜV-Checkliste: 30 Minuten Selbstüberprüfung
Licht-Check
- Vor Wand parken und alle Lichter nacheinander einschalten
- Zweite Person für Blinker und Bremslichter bitten
- Alle Leuchtmittel inkl. Kennzeichenbeleuchtung prüfen
Reifen-Check
- Profiltiefenmesser nutzen oder 1-Cent-Münze testen
- Reifendruck prüfen (Angabe auf dem Türrahmen)
- Seitenwände auf Risse und Auswölbungen untersuchen
Bremsen-Check
- Bremsflüssigkeitsstand prüfen
- Bremsbeläge visuell kontrollieren (mind. 2–3 mm Restdicke)
- Probefahrt: auf Ziehen oder Vibrieren beim Bremsen achten
Pflichtausrüstung
- Warndreieck, Warnweste, Verbandskasten (Verfallsdatum prüfen), Fahrzeugschein
Kosten der Hauptuntersuchung 2026
- PKW (bis 3,5 t): 155–166 Euro (HU + AU kombiniert)
- Motorrad: ca. 80–100 Euro
- Nachprüfung bei Mängeln: 15–30 Euro (innerhalb von 4 Wochen)
Was passiert bei Mängeln?
- Geringe Mängel: Plakette erteilt, Mängel müssen behoben werden
- Erhebliche Mängel: Keine Plakette, 4 Wochen Frist für Nachprüfung
- Gefährliche Mängel: Sofortige Stilllegung, Fahrzeug darf nicht gefahren werden
TÜV-Plakette 2026 und 2027
- Farbe 2026: Orange
- Farbe 2027: Gelb
- Die Zahl auf dem Außenrand zeigt den Monat, die zentrale Zahl das Jahr
Tipps für ein besseres Ergebnis
- Fahrzeug vor der HU waschen
- Motoröl und andere Flüssigkeiten auffüllen
- Kurzfahrt vor der HU machen (keine frischen Fehlercodes)
- Morgenstermin bevorzugen, alle Papiere mitbringen
FAQ zur Hauptuntersuchung 2026
Wie lange im Voraus kann ich den TÜV-Termin wahrnehmen?
Die HU kann bis zu 2 Monate vor Fälligkeitsdatum durchgeführt werden, ohne dass das nächste Fälligkeitsdatum sich verkürzt.
Was passiert, wenn ich den TÜV überziehe?
Bis 2 Monate: 15 Euro. Bis 4 Monate: 25 Euro. Mehr als 8 Monate: 60 Euro Bußgeld, Punkte in Flensburg.
Muss ich eine Abgasuntersuchung machen?
Fahrzeuge vor 2006 brauchen eine separate AU. Neuere Fahrzeuge werden per OBD-Diagnose geprüft.
Welche Unterlagen brauche ich für die HU?
Pflicht: Zulassungsbescheinigung Teil I. Empfohlen: Personalausweis. Bei Firmenfahrzeugen: Vollmacht.
Darf ich nach einem „erheblichen Mangel“ noch fahren?
Ja, eingeschränkt um Reparaturen durchzuführen – auf eigene Gefahr. Bei verkehrsunsicheren Fahrzeugen ist das Fahren verboten.
Gibt es günstigere Alternativen zum TÜV?
GTÜ, DEKRA, KÜS bieten vergleichbare Preise. Preisvergleiche lohnen sich besonders in Städten.
Kann ich den TÜV auch ohne Termin machen?
Ja, viele Stellen nehmen ohne Voranmeldung. Wartezeiten sind möglich, Online-Buchung wird empfohlen.










