Der Mayon Vulkan auf den Philippinen ist Anfang Mai 2026 erneut ausgebrochen. Am Samstag, dem 2. Mai 2026, kam es am perfekt kegelfoermigen Stratovulkan in der Provinz Albay (Region Bicol, Insel Luzon) zu einem Lavadom-Kollaps, der pyroklastische Dichtestroeme (PDC) ausloeste und dichte Aschewolken bis in 3.000 Meter Hoehe schickte. Das Philippinische Institut fuer Vulkanologie und Seismologie (PHIVOLCS) haelt die Alarmstufe 3 von 5 aufrecht. Mehr als 5.400 Menschen befinden sich in Evakuierungszentren, und insgesamt sind seit Januar 2026 ueber 102.000 Personen von der vulkanischen Unruhe betroffen.
Was passiert gerade am Mayon?
Am 2. Mai 2026 hat der Mayon Vulkan eine neue, intensive Eruptionsphase eingelaeutet. Laut PHIVOLCS-Bulletins kam es zu einem Kollaps des Lavadoms im Gipfelkrater, gefolgt von strombolianischer Aktivitaet und kurzzeitigen Lavafontaenen. Die Aschesaeule erreichte rund 600 Meter ueber dem Krater, der gesamte Plume stieg bis auf etwa 3.000 Meter ueber dem Meeresspiegel.
Die ausgeloesten pyroklastischen Dichtestroeme rauschten mit hoher Geschwindigkeit die Suedwestflanke hinunter. Lavafluesse erreichen aktuell folgende Distanzen vom Krater:
- Basud-Schlucht: 3,8 Kilometer
- Bonga-Schlucht: 3,2 Kilometer
- Mi-isi-Schlucht: 1,6 Kilometer (mit aktiven PDCs)
Schwere Aschefaelle haben die Doerfer in Camalig, Guinobatan und Ligao City unter einer dicken grauen Schicht begraben. Der Aschefall reichte am Wochenende sogar bis San Pascual in der Nachbarprovinz Masbate, ueber 100 Kilometer entfernt. PHIVOLCS hat die permanente Gefahrenzone von sechs Kilometern Radius rund um den Krater bestaetigt und warnt zusaetzlich vor einer erweiterten Gefahrenzone von sieben Kilometern in suedoestlicher Richtung.
Ueber den Mayon: Geographie und Geschichte
Der Mayon, auf Filipino auch Bulkang Mayon genannt, liegt in der Provinz Albay auf der Insel Luzon, etwa 330 Kilometer suedoestlich von Manila. Mit einer Hoehe von 2.462 Metern ueber dem Meeresspiegel ist er einer der hoechsten und zugleich aktivsten Vulkane des Inselstaates.
Beruehmt ist der Mayon vor allem fuer seinen nahezu mathematisch perfekten symmetrischen Kegel. Diese Form gilt weltweit als die schoenste eines Stratovulkans und wird oft mit dem japanischen Fuji verglichen. Die Symmetrie entsteht durch wiederholte Eruptionen, bei denen Lava und Tephra gleichmaessig in alle Richtungen abgelagert werden.
Der Vulkan ist Teil des Pazifischen Feuerrings und gehoert zum Mayon-Vulkan-Nationalpark, einem geschuetzten Gebiet von rund 5.500 Hektar. Rund um den Berg leben etwa eine Million Menschen in der Region Bicol, was ihn zu einem der gefaehrlichsten Vulkane der Welt macht: Bevoelkerungsdichte und Aktivitaet sind hier eine besonders riskante Kombination.
Geologisch handelt es sich um einen klassischen Stratovulkan, der durch die Subduktion der Eurasischen Platte unter die Philippinische Platte gespeist wird. Seine Magmen sind ueberwiegend basaltisch bis basaltisch-andesitisch.
Aktuelle Eruption 2026: Chronologie
Die aktuelle Eruptionsphase begann nicht erst am 2. Mai. PHIVOLCS hatte bereits am 6. Januar 2026 die Alarmstufe von 2 auf 3 angehoben, nachdem signifikante seismische Schwaerme und Bodendeformation registriert wurden. Seitdem gilt:
- 6. Januar 2026: Anhebung auf Alarmstufe 3 wegen magmatischer Unruhe
- 11. Januar 2026: PHIVOLCS-Beratung zu erhoehter Seismizitaet und Inkandeszenz am Krater
- 16. Januar 2026: Weitere Beratung zu zunehmender Aktivitaet
- 2. Mai 2026: Lavadom-Kollaps loest grosse PDCs und Aschefall aus
- 3. Mai 2026: Anhaltende Lavaeffusion, weitere Aschewolken Richtung Suedwesten
Alarmstufe 3 bedeutet auf der fuenfstufigen PHIVOLCS-Skala: relativ hohe Eruptionsunruhe, gefaehrliche Eruption innerhalb von Wochen moeglich. Stufe 4 wuerde eine bevorstehende explosive Eruption signalisieren, Stufe 5 eine bereits laufende grosse Plinianische Eruption.
Evakuierungen und humanitaere Lage
Das philippinische Ministerium fuer soziale Wohlfahrt und Entwicklung (DSWD) meldete am Sonntag, 3. Mai 2026, dass derzeit 1.438 Familien beziehungsweise 5.440 Personen in 14 Evakuierungszentren in Albay untergebracht sind. Seit Beginn der erhoehten Aktivitaet im Januar wurden 87 Barangays (Stadtteile) als betroffen registriert; ueber 30.500 Familien beziehungsweise 102.406 Personen mussten zumindest zeitweise ihre Haeuser verlassen.
Die staerksten Evakuierungen betreffen die Gemeinden:
- Camalig: ueber 8.000 Haushalte direkt betroffen
- Guinobatan: Aschefall und Verkehrsstoerungen
- Ligao City: dichte Aschewolken, Schulen geschlossen
- Daraga, Sto. Domingo und Malilipot: innerhalb der erweiterten Gefahrenzone
Der Flughafen Bicol International Airport in Daraga musste den Betrieb mehrfach einstellen, da Vulkanasche fuer Flugzeugturbinen extrem gefaehrlich ist. Mehrere Inlandsfluege nach Legazpi wurden umgeleitet oder gestrichen. Bisher (Stand 3. Mai 2026) wurden keine Todesopfer gemeldet, allerdings klagen viele Anwohner ueber Atemwegsbeschwerden durch die feinen Aschepartikel. Das Gesundheitsministerium verteilt Atemschutzmasken (N95) an die Bevoelkerung in den betroffenen Gebieten.
Geschichte frueherer Eruptionen
Der Mayon ist nach Angaben von PHIVOLCS und dem Smithsonian Global Volcanism Program in den vergangenen 500 Jahren mehr als 52 Mal ausgebrochen. Die wichtigsten und verheerendsten Eruptionen im Ueberblick:
- 1. Februar 1814: Die toedlichste und zugleich heftigste bekannte Eruption (VEI 4). Eine plinianische Eruption schickte eine Aschesaeule bis zu 50 Kilometer in die Stratosphaere. Die Stadt Cagsawa wurde von Lahars und pyroklastischen Stroemen begraben; rund 1.200 Menschen kamen ums Leben. Die Ruinen der Cagsawa-Kirche, deren Kirchturm aus der erstarrten Lavaschicht ragt, sind heute eines der bekanntesten Wahrzeichen der Philippinen.
- 1897: Mehrere Tage andauernde Eruption mit Lavafluessen ueber 30 Kilometer.
- 1968: Starke explosive Phase mit Pyroklastik.
- 1984: Eruption mit erfolgreicher Massenevakuierung; keine Toten.
- 2. Februar 1993: Pyroklastische Stroeme toeteten 79 Menschen, ueberwiegend Bauern; rund 50.000 wurden evakuiert.
- 2000, 2006, 2009, 2014: Mehrere kleinere Eruptionsphasen mit erfolgreichen Evakuierungen.
- Januar 2018: Lavafontaenen, Aschefall und PDCs zwangen ueber 60.000 Menschen zur Flucht.
- Juni 2023: Lange effusive Phase mit Lavafluessen, Alarmstufe 3 ueber Monate.
Der Mayon erweist sich somit als ein Vulkan mit relativ kurzen Ruhepausen zwischen den Aktivitaetsphasen, was Frueherkennung und Vorsorge fuer die Behoerden zu einer permanenten Aufgabe macht.
Risiko fuer Touristen und Reisehinweise
Die Region Bicol ist normalerweise ein beliebtes Reiseziel: Der Mayon mit seinem perfekten Kegel, das Cagsawa-Ruinenfeld, die Walhai-Beobachtungen in Donsol und die schwarzen Strandbuchten ziehen jaehrlich zehntausende Besucher an. Bei der aktuellen Lage gilt jedoch:
- Wandern und Vulkanbesteigungen: Komplett verboten. Die Sechs-Kilometer-Sperrzone ist strikt durchgesetzt.
- Aussichtsplattformen: Cagsawa-Ruinen, Lignon Hill und Sumlang Lake sind teilweise gesperrt oder mit Einschraenkungen geoeffnet.
- Fluege nach Legazpi: Mit Verspaetungen und Streichungen rechnen.
- Atemwegserkrankungen: Reisende mit Asthma oder COPD sollten die Region voruebergehend meiden.
Das Auswaertige Amt der Bundesrepublik Deutschland aktualisiert seine Reise- und Sicherheitshinweise fuer die Philippinen regelmaessig. Wer ohnehin in Manila, Cebu oder Palawan unterwegs ist, ist von der Eruption nicht direkt betroffen, sollte aber Inlandsfluege ueber den Bicol-Raum vermeiden. Reiseversicherungen decken in der Regel Stornierungen wegen Naturkatastrophen ab, sofern eine offizielle Warnung der lokalen Behoerden vorliegt.
Wissenschaftliche Beobachtung und Frueherkennung
PHIVOLCS betreibt rund um den Mayon ein dichtes Netz an Sensoren: Seismometer registrieren vulkanische Beben in Echtzeit, Tiltmeter messen Bodendeformationen im Millimeterbereich, und Gas-Sensoren erfassen den Schwefeldioxid-Ausstoss. Die taeglichen 24-Stunden-Bulletins werden auf der offiziellen PHIVOLCS-Webseite (phivolcs.dost.gov.ph) und auf Social-Media-Kanaelen veroeffentlicht.
Auch internationale Organisationen wie das Global Volcanism Program der Smithsonian Institution und der Volcanic Ash Advisory Center (VAAC) Tokio beobachten den Mayon kontinuierlich, vor allem zur Sicherheit des Luftverkehrs.
Haeufig gestellte Fragen
Wie hoch ist der Mayon und wo genau liegt er?
Der Mayon ist 2.462 Meter hoch und liegt in der Provinz Albay in der Region Bicol auf der Insel Luzon (Philippinen), etwa 330 Kilometer suedoestlich von Manila.
Was bedeutet Alarmstufe 3 von PHIVOLCS?
Alarmstufe 3 auf der fuenfstufigen Skala bedeutet relativ hohe Eruptionsunruhe mit moeglicher gefaehrlicher Eruption innerhalb von Tagen oder Wochen. Stufe 4 signalisiert eine bevorstehende explosive Eruption, Stufe 5 eine laufende grosse Plinianische Eruption.
Wie viele Menschen wurden bei der aktuellen Eruption 2026 evakuiert?
Stand 3. Mai 2026 befinden sich rund 5.440 Personen in 14 Evakuierungszentren. Seit Januar 2026 sind insgesamt mehr als 102.000 Menschen in 87 Barangays betroffen.
Gab es bei der Eruption Anfang Mai 2026 Tote?
Bis zum 3. Mai 2026 sind keine Todesopfer bestaetigt. Es gibt jedoch Verletzte und Atemwegserkrankungen durch Aschefall, vor allem in Camalig, Guinobatan und Ligao City.
Was war die schlimmste Eruption des Mayon?
Die Eruption vom 1. Februar 1814 (VEI 4) gilt als die toedlichste und zerstoererischste. Rund 1.200 Menschen kamen ums Leben, vor allem in Cagsawa, dessen Kirchturm bis heute aus der Lavaschicht ragt.
Kann man den Mayon trotz Eruption besteigen?
Nein. Bei Alarmstufe 3 ist die gesamte Sechs-Kilometer-Sperrzone fuer alle Personen verboten, einschliesslich Bergsteiger, Forscher und Touristen. Verstoesse werden mit empfindlichen Geldstrafen geahndet.
Wann waren die letzten grossen Eruptionen des Mayon?
Die juengsten signifikanten Eruptionen waren 1993 (79 Tote), 2000, 2006, 2009, 2014, 2018 und 2023. Die aktuelle Phase begann formal mit der Anhebung der Alarmstufe am 6. Januar 2026.
Wie weit reicht der Aschefall bei der aktuellen Eruption?
Der Aschefall vom 2. Mai 2026 wurde bis nach San Pascual in Masbate registriert, ueber 100 Kilometer suedlich des Vulkans. Hauptbetroffen sind aber die Suedwestflanke und die Staedte Camalig, Guinobatan und Ligao City.











