Die Allianz Arena in München gehört zu den bekanntesten und architektonisch eindrucksvollsten Fußballstadien der Welt. Ihre leuchtende Fassade, die in den Farben des jeweiligen Heimvereins erstrahlt, hat das Stadion zu einem Wahrzeichen der bayerischen Landeshauptstadt gemacht. Mit einer Kapazität von 75.024 Zuschauern bei Bundesligaspielen zählt es zu den größten Stadien Europas und ist seit seiner Eröffnung im Jahr 2005 Heimstätte des FC Bayern München.
Wie das Stadion zu seinem Namen kam
Der vollständige Name lautet Allianz Arena. Er stammt aus einem Namensrechtsvertrag mit der Allianz SE, dem Münchner Versicherungskonzern, der die Namensrechte am Stadion erworben hat. Solche Namensrechtsverträge, im Englischen als „Naming Rights“ bezeichnet, sind im modernen Profisport gängige Praxis und stellen eine wichtige Einnahmequelle für Stadionbetreiber dar.
Für internationale Fußballspiele unter der Schirmherrschaft der UEFA gelten besondere Regeln: Bei Champions-League-Spielen, UEFA-Cup-Partien und anderen UEFA-Wettbewerben ist die Verwendung von Sponsorennamen im Stadionnamen nicht gestattet. Das Stadion wird dann offiziell als „Fußball Arena München“ bezeichnet. Auch für Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft gilt diese Regelung.
Vor der Eröffnung trug das Stadion keinen offiziellen Namen. Die Münchner selbst haben dem Bauwerk verschiedene Spitznamen gegeben: „Schlauchboot“ und „Schwimmreifen“ gehören zu den gebräuchlichsten, beide anspielend auf die charakteristischen aufgeblasenen ETFE-Kissen der Fassade.
Bau und Architektur
Die Allianz Arena wurde von den Schweizer Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron geplant, die für ihr Werk bereits den renommierten Pritzker-Preis erhalten hatten. Das Architekturbüro Herzog und de Meuron ist auch für andere ikonische Bauten bekannt, darunter die Tate Modern in London und das Olympiastadion in Peking.
Die einzigartige Fassade
Das Herzstück des Entwurfs ist die Außenhülle des Stadions. Sie besteht aus 2.874 rautenförmigen Kunststoffkissen aus ETFE (Ethylen-Tetrafluorethylen), einem leichten und langlebigen Kunststoff, der auch in der Raumfahrt eingesetzt wird. Diese Kissen können mit Luft befüllt und von innen beleuchtet werden, sodass die gesamte Außenfassade in unterschiedlichen Farben strahlt.
Traditionell leuchtet das Stadion rot, wenn der FC Bayern München spielt. An Spieltagen des TSV 1860 München leuchtete es früher blau. Bei Länderspielen und ausgewählten anderen Anlässen kann die Beleuchtung in Weiß oder anderen Farben betrieben werden. Diese dynamische Beleuchtung ist weltweit einzigartig und macht die Arena zu einem optischen Erlebnis nicht nur von innen, sondern auch vom Stadtrand und der Autobahn aus.
Baukosten und Finanzierung
Die Baukosten beliefen sich auf rund 340 Millionen Euro, je nach Quelle variieren die Angaben zwischen 280 und 340 Millionen Euro. Finanziert wurde der Bau durch die beiden Münchner Fußballvereine FC Bayern München und TSV 1860 München, die gemeinsam die Stadionbetriebsgesellschaft gegründet hatten. Die Bauzeit betrug knapp drei Jahre: Der Grundstein wurde am 21. Oktober 2002 gelegt, die feierliche Übergabe fand am 30. April 2005 statt.
Geschichte und Eröffnung
Der Anstoß für den Bau der Allianz Arena kam aus dem Bedürfnis beider Münchner Vereine nach einem modernen, reinen Fußballstadion. Das bis dahin genutzte Olympiastadion aus den 1970er Jahren war für zeitgemäße Bundesligaspiele nicht mehr optimal: Die Leichtathletikbahn um das Spielfeld herum bedeutete große Abstände zwischen Fans und Rasen, und die Stadioninfrastruktur entsprach nicht mehr den Anforderungen des modernen Profifußballs.
Nach einer europaweiten Ausschreibung gewann das Büro Herzog und de Meuron den Architekturwettbewerb. Der Standort wurde im Norden Münchens in Fröttmaning gewählt, auf dem Gelände einer ehemaligen Deponie an der Autobahn A9. Die Lage bietet gute Verkehrsanbindung durch die U-Bahn-Linie U6, die direkt zum Stadion führt, sowie Parkmöglichkeiten für Autofahrer.
Eröffnungsspiel und erste Jahre
Das erste offizielle Spiel in der Allianz Arena fand am 31. Mai 2005 statt: eine Bundesligapartie zwischen dem TSV 1860 München und dem 1. FC Nürnberg. Das Eröffnungsspiel des FC Bayern München folgte wenige Tage später. Die Allianz Arena war außerdem einer der Austragungsorte der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland und richtete mehrere Gruppenspiele sowie eine Begegnung im Achtelfinale aus.
Ein einschneidender Moment in der Geschichte des Stadions kam im Jahr 2017: Der TSV 1860 München stieg in die 3. Liga ab und spielte dort nicht mehr in der Allianz Arena, die nur für Erst- und Zweitligaspiele vorgesehen war. Seit dem Abstieg 1860s ist der FC Bayern München der alleinige Mieter und Nutzer des Stadions.
Kapazität und Innenraum
Die Kapazität der Allianz Arena variiert je nach Veranstaltungsart:
- Bundesligaspiele: 75.024 Zuschauer (davon ein Stehplatzbereich)
- Champions-League-Spiele: rund 70.000 Sitzplätze (Stehplätze werden umgewandelt)
- Länderspiele: ebenfalls rund 70.000 Sitzplätze
- Konzerte und Events: je nach Bestuhlung bis zu etwa 70.000 bis 80.000 Besucher
Der Innenraum ist konsequent auf Fußball ausgerichtet. Es gibt keine Leichtathletikbahn, die Tribünen stehen sehr nah am Spielfeld und verleihen dem Stadion eine intensive Atmosphäre. Die vier Tribünen sind mit farbigen Sitzen in Rot und Grau ausgestattet und laufen ohne Unterbrechungen um das Spielfeld herum.
Modernisierungen und Ausbau
Seit der Eröffnung wurde die Allianz Arena mehrfach modernisiert und ausgebaut. Der FC Bayern hat erheblich in die Verbesserung der Infrastruktur investiert: neue Anzeigetafeln, verbesserte Gastronomiekonzepte, modernisierte VIP-Bereiche und eine Erweiterung der medialen Angebote für Zuschauer. Das Stadion verfügt außerdem über ein Erlebniszentrum mit Touren, bei denen Besucher hinter die Kulissen des Stadions blicken können.
Die Allianz Arena als Veranstaltungsort
Neben Bundesligaspielen des FC Bayern München ist die Allianz Arena regelmäßig Spielort für Champions-League-Partien. Das Finale der Champions League fand im Jahr 2012 in der Allianz Arena statt, als Bayern München im heimischen Stadion gegen den FC Chelsea spielte. Ein weiteres Champions-League-Finale ist für 2025 vorgesehen gewesen, wurde jedoch aufgrund eines Planungskonflikts verlegt.
Die Arena war 2021 ursprünglich als Spielort für die UEFA-Europameisterschaft vorgesehen. Der Plan, die LED-Beleuchtung in Regenbogenfarben als Zeichen für Vielfalt und Toleranz leuchten zu lassen, wurde von der UEFA untersagt, da sie es als politische Botschaft einstufte. Dies löste eine breite gesellschaftliche Debatte in Deutschland aus.
Neben Fußball richtet die Arena auch Konzerte und andere Großveranstaltungen aus, da ihre Kapazität und Infrastruktur für Massenevents geeignet sind.
Die Allianz Arena bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006
Kurz nach ihrer Eröffnung war die Allianz Arena bereits Austragungsort einer der bedeutendsten Sportveranstaltungen der Welt. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland richtete das Stadion sechs Spiele aus, darunter drei Gruppenspiele und eine Achtelfinalpartie. Das Turnier verlief für das Stadion und für München als Gastgeberstadt äußerst positiv: Die Arena zeigte der Welt, dass Deutschland modernste Infrastruktur mit außergewöhnlicher Atmosphäre verbinden kann.
Für die WM wurde das Stadion temporär als „FIFA World Cup Stadium Munich“ bezeichnet, um den Anforderungen des Weltverbands bezüglich Stadionnamen zu entsprechen. Auch die damalige Regelung bezüglich kommerzieller Namensrechte bei FIFA-Veranstaltungen machte dies erforderlich. Das Prinzip ist dasselbe wie bei UEFA-Spielen: Sponsornamen sind untersagt, und das Stadion erhält einen beschreibenden Namen.
Für viele Zuschauer und Fernsehzuschauer weltweit war die WM 2006 die erste Gelegenheit, die Allianz Arena näher kennenzulernen. Die eindrucksvolle Beleuchtung der Fassade und die moderne Atmosphäre hinterließen einen nachhaltigen Eindruck und trugen zum internationalen Renommee des Stadions bei.
Bedeutung für München und Bayern
Die Allianz Arena ist weit mehr als ein Fußballstadion. Sie ist ein Symbol für die wirtschaftliche Stärke und die internationale Ausstrahlung der Stadt München und zieht jährlich Hunderttausende Besucher aus aller Welt an, die auch unabhängig von Spieltagen Touren und das Erlebniszentrum besuchen. Die Anlage in Fröttmaning, die früher eine Deponie war, wurde durch das Stadion zu einem modernen Freizeitviertel aufgewertet. Neben der Arena entstanden Parkhäuser, Gastronomie und der sogenannte Freizeitpark Fröttmaning.
Der Stadionname „Allianz Arena“ ist weltweit bekannt und trägt zum Renommee des deutschen Versicherungskonzerns bei, der die Namensrechte hält. Für den FC Bayern München ist die Arena das Herzstück seiner sportlichen und wirtschaftlichen Tätigkeit in Deutschland. Der Verein nutzt das Stadion auch für Pressekonferenzen, Hauptversammlungen und als Showroom für internationale Sponsoren und Partner.
Die wirtschaftliche Bedeutung des Stadions für die Region ist beträchtlich. An einem Spieltag des FC Bayern kommen Zehntausende Besucher in die Stadt, die in Hotels übernachten, in Restaurants essen und in Geschäften einkaufen. Internationale Gäste, die für Champions-League-Spiele anreisen, stärken zudem das Image Münchens als weltläufige Metropole. Schätzungen zufolge generiert jedes große Spiel in der Allianz Arena Millionen Euro an wirtschaftlicher Aktivität für die Region.
Technische Innovationen und Nachhaltigkeit
Die Allianz Arena gilt auch als Vorreiter für technische Innovation im Stadionbereich. Die ETFE-Fassade war zum Zeitpunkt der Eröffnung weltweit einzigartig und hat seitdem Nachahmer gefunden. Das Material ist nicht nur optisch beeindruckend, sondern auch äußerst langlebig, leicht zu reinigen und lässt Tageslicht durch, ohne Infrarotstrahlung weiterzuleiten.
Das Rasensystem der Allianz Arena ist eines der modernsten in Europa. Der Rasen kann bei Bedarf vollständig unter dem Stadion herausgefahren werden, um Wartungsarbeiten zu ermöglichen und den Rasen an natürlichem Sonnenlicht zu belassen. Spezielle Beleuchtungssysteme unter und rund um das Spielfeld ermöglichen gezieltes Wachstum auch bei ungünstigen Lichtbedingungen.
Der Betreiber hat in den vergangenen Jahren erheblich in Nachhaltigkeitsmaßnahmen investiert. Dazu gehören Photovoltaikanlagen auf dem Dach, ein ausgefeiltes Regenwassernutzungssystem für die Rasenbewässerung sowie Energieeinsparungen durch moderne LED-Beleuchtung im gesamten Innenbereich. Die Allianz Arena strebt danach, den ökologischen Fußabdruck ihres Betriebs kontinuierlich zu reduzieren.
FC Bayern München und die Allianz Arena: Eine symbiotische Beziehung
Die Allianz Arena ist untrennbar mit dem FC Bayern München verbunden. Der Verein, der seit Jahren zu den erfolgreichsten Fußballklubs Europas gehört, hat das Stadion zu einem zentralen Bestandteil seiner Marke gemacht. Heimspiele in der Allianz Arena sind nahezu immer ausverkauft, und die Wartelisten für Dauerkarten sind lang. Diese konstante Nachfrage macht das Stadion zu einem der wirtschaftlich erfolgreichsten der Welt.
Der FC Bayern investiert kontinuierlich in die Weiterentwicklung der Allianz Arena. Renovierungen der VIP-Lounges, Verbesserungen im Gastronomiebereich und die Einführung moderner digitaler Angebote für Stadionbesucher, etwa Apps mit Echtzeit-Informationen und kontaktlosem Bezahlen, haben die Besuchererfahrung in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Das Stadion ist für Bayern München nicht nur Spielstätte, sondern auch eine wichtige Einnahmequelle durch Namensrechte, VIP-Hospitality und Stadionführungen.
Die Champions-League-Heimspiele des FC Bayern in der Allianz Arena gehören zu den begehrtesten Fußballerlebnissen in Europa. Internationale Gäste, die für diese Spiele nach München reisen, bringen erhebliche wirtschaftliche Impulse für die Gastronomie, den Hotelbereich und den Einzelhandel mit sich. Die Atmosphäre in der Arena, die durch die steilen Tribünen und die Nähe zum Spielfeld geprägt wird, genießt weltweit einen exzellenten Ruf unter Fußballfans.
Häufig gestellte Fragen
Wie heißt das Stadion des FC Bayern München offiziell?
Das Stadion heißt offiziell Allianz Arena. Der Name stammt aus einem Namensrechtsvertrag mit dem Münchner Versicherungskonzern Allianz SE. Bei UEFA-Spielen wie der Champions League darf der Sponsorenname nicht verwendet werden, daher heißt das Stadion dann offiziell „Fußball Arena München“.
Wie viele Zuschauer fasst die Allianz Arena?
Die Allianz Arena fasst bei Bundesligaspielen 75.024 Zuschauer, wobei ein Teil davon Stehplätze sind. Bei Champions-League-Spielen und Länderspielen werden die Stehplätze in Sitzplätze umgewandelt, wodurch die Kapazität auf rund 70.000 Plätze sinkt.
Wer hat die Allianz Arena entworfen?
Die Allianz Arena wurde von den Schweizer Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron geplant, dem Büro Herzog und de Meuron. Das Duo zählt zu den renommiertesten Architekten der Gegenwart und ist auch für die Tate Modern in London und das Nationalstadion in Peking bekannt. Die einzigartige Fassade aus beleuchteten ETFE-Kissen ist ihr bekanntestes Merkmal.
Wann wurde die Allianz Arena eröffnet?
Das Stadion wurde am 30. April 2005 offiziell übergeben. Das erste offizielle Fußballspiel fand am 31. Mai 2005 statt, als der TSV 1860 München gegen den 1. FC Nürnberg spielte. Die Allianz Arena war dann auch ein Spielort der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland.
Warum leuchtete die Allianz Arena früher in zwei Farben?
Ursprünglich nutzten zwei Vereine das Stadion gemeinsam: der FC Bayern München und der TSV 1860 München. An Bayern-Spieltagen leuchtete die Fassade rot, an 1860-Spieltagen blau. Seit dem Abstieg von 1860 in die 3. Liga im Jahr 2017 ist Bayern der alleinige Nutzer, und die Fassade leuchtet seitdem nur noch in Rot oder Weiß bei Sonderereignissen.
Kann man die Allianz Arena besichtigen?
Ja, die Allianz Arena bietet regelmäßige Stadionführungen an, bei denen Besucher das Spielfeld, die Kabinen, den Pressebereich und andere Bereiche besichtigen können, die an Spieltagen nicht zugänglich sind. Außerdem gibt es ein Erlebniszentrum mit Ausstellungen zur Geschichte des FC Bayern München und der Arena selbst. Touren können über die offizielle Website der Allianz Arena gebucht werden.










