Der Krieg der Welten: Wer ist der Autor H. G. Wells?

Sophie Eldridge

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Zuletzt aktualisiert: 15. Juni 2026

Der Krieg der Welten (The War of the Worlds) ist eines der bekanntesten Werke der Science-Fiction-Literatur und stammt aus der Feder des britischen Schriftstellers Herbert George Wells, besser bekannt als H. G. Wells. Das Buch erschien 1898 und gilt bis heute als Schlüsselwerk des Genres – ein Roman, der nicht nur von marsianischen Invasoren handelt, sondern tief in die Gesellschaftskritik seiner Zeit eingebettet ist.

H. G. Wells: Leben und Herkunft

Herbert George Wells wurde am 21. September 1866 in Bromley, einem Vorort von London, als Sohn einer Haushaltsgehilfin und eines Kleinhändlers geboren. Die bescheidenen Verhältnisse seiner Kindheit prägten ihn nachhaltig: Schon früh zeigte er einen starken Bildungswillen, der ihn trotz widriger Umstände voranbrachte.

Nach einer Kaufmannslehre, die er als wenig befriedigend empfand, gelang ihm der Sprung in die akademische Welt. Er absolvierte ein naturwissenschaftliches Studium am Normal School of Science in London – heute Teil des Imperial College – unter anderem bei dem einflussreichen Biologen Thomas Henry Huxley. Dieser prägte Wells‘ Denken entscheidend: Der Darwinismus und die Idee, dass der Mensch keinen Sonderstatus im Universum genießt, durchziehen sein gesamtes literarisches Werk.

Eine Lungenblutung im Jahr 1893 zwang Wells, körperlich anstrengende Tätigkeiten aufzugeben. Stattdessen widmete er sich vollständig dem Schreiben. Was zunächst wie ein Rückschlag wirkte, erwies sich als Wendepunkt: Innerhalb weniger Jahre entwickelte er sich zu einem der produktivsten und einflussreichsten Autoren seiner Zeit.

Wells als Begründer der modernen Science-Fiction

H. G. Wells gilt neben Jules Verne als einer der Väter der modernen Science-Fiction. Während Verne sich vorrangig auf technische Machbarkeit stützte, nutzte Wells das Genre als Vehikel für philosophische und politische Gedankenexperimente. Seine bekanntesten Werke aus dieser Schaffensperiode lesen sich wie eine Anthologie der Ideen:

  • Die Zeitmaschine (1895) – Klassenkampf in ferner Zukunft
  • Die Insel des Dr. Moreau (1896) – Ethik der Wissenschaft, Grenzen des Lebens
  • Der Unsichtbare (1897) – Isolation und Wahnsinn
  • Der Krieg der Welten (1898) – Imperialismus, Hochmut und Zivilisationszerbrechlichkeit
  • Die erste Fahrt zum Mond (1901) – Utopie und technischer Fortschritt

Wells war aber nicht nur Romanautor. Er schrieb politische Essays, verfasste einen zweibändigen Abriss der Weltgeschichte und engagierte sich für pazifistische und sozialistische Ideen. Sein Einfluss reicht weit über die Literatur hinaus.

Der Krieg der Welten: Entstehung und Inhalt

Der Roman entstand Ende der 1890er Jahre und wurde von April bis Dezember 1897 zunächst als Fortsetzungsgeschichte in der britischen Zeitschrift Pearson’s Magazine veröffentlicht. Die Buchausgabe folgte 1898 beim Verlag Heinemann in London.

Die Handlung spielt in der englischen Grafschaft Surrey und in London: Aus dem Mars landen zylinderförmige Raumschiffe auf der Erde. Die darin enthaltenen marsianischen Wesen – tentakelförmige Intellekte ohne körperliche Kraft – besteigen riesige Kriegsmaschinen, sogenannte Tripods, und beginnen eine systematische Vernichtung der menschlichen Zivilisation. Hitzekanonen und ein schwarzes Giftgas machen die Erde für die Angreifer beherrschbar. Die Menschheit ist machtlos – bis die Invasoren schließlich nicht durch menschliche Waffen, sondern durch irdische Bakterien sterben, gegen die sie keine Immunabwehr besitzen.

Die Erzählung ist aus der Ich-Perspektive eines namenlosen Berichterstatters geschildert, was ihr einen dokumentarischen, fast journalistischen Charakter verleiht.

Politische Bedeutung: Satire auf den Kolonialismus

Wells legte den Roman bewusst als Satire auf die britische Kolonialpolitik an. Das britische Empire stand um 1900 auf dem Höhepunkt seiner Macht und unterwarf fremde Völker mit militärischer Überlegenheit. Im Krieg der Welten kehrte Wells dieses Verhältnis um: Nun sind es die zivilisierten Engländer selbst, die von einer technologisch überlegenen Macht überrollt werden – genauso wie die Aborigines Australiens oder die Ureinwohner Afrikas von europäischen Kolonisatoren.

Wells schrieb im Text explizit: Bevor die Menschen das Verhalten der Marsaner verurteilen, sollten sie an die Ausrottung der tasmanischen Ureinwohner denken. Diese Passage macht die Absicht des Autors unmissverständlich klar.

Berühmte Adaptionen des Stoffes

Kaum ein literarisches Werk wurde so häufig und in so verschiedenen Medien adaptiert wie Der Krieg der Welten:

  • Orson Welles (1938): Das berühmteste Beispiel ist das Hörspiel, das Orson Welles am 30. Oktober 1938 im US-amerikanischen Radio ausstrahlte. Es wurde im Stil eines Nachrichtenberichts inszeniert und soll bei zahlreichen Zuhörern Panik ausgelöst haben – auch wenn das Ausmaß dieser Reaktion im Nachhinein als übertrieben gilt.
  • Jeff Wayne (1978): Das Rock-Musical-Album von Jeff Wayne gehört zu den meistverkauften Alben der britischen Musikgeschichte und wird bis heute auf ausverkauften Tourneen aufgeführt.
  • Steven Spielberg (2005): Spielbergs Blockbuster mit Tom Cruise transportierte die Handlung in die USA der Gegenwart und wurde ein weltweiter Kinoerfolg.
  • TV-Serie (2019–2021): Eine britisch-französische Miniserie setzte den Stoff ins frühe 20. Jahrhundert, blieb damit näher am Original.
  • Kinofilm (2025): Im Juli 2025 erschien eine Neuverfilmung unter der Regie von Rich Lee auf Amazon Prime Video, mit Ice Cube und Eva Longoria in den Hauptrollen. Das Werk erhielt in der Kritik durchwachsene Bewertungen und wurde bei den Golden Raspberry Awards 2026 für sechs Kategorien nominiert, von denen es fünf gewann.

Tod und Vermächtnis

H. G. Wells starb am 13. August 1946 in London im Alter von 79 Jahren. Zu Ehren seiner literarischen und wissenschaftlichen Verdienste wurden sowohl ein Mondkrater als auch ein Marskrater nach ihm benannt – eine besonders passende Ehrung für den Mann, der die Vorstellung marsianischer Invasoren erst in die Weltliteratur eingeführt hatte.

Sein Einfluss auf die Science-Fiction ist kaum zu überschätzen. Autoren wie Arthur C. Clarke, Ray Bradbury und Isaac Asimov nannten Wells als wichtigen Vorläufer. Der Krieg der Welten ist bis heute im Druck und wird weltweit in Schulen und Universitäten gelesen.

Häufig gestellte Fragen

Wer hat Der Krieg der Welten geschrieben?

Der Krieg der Welten wurde von dem britischen Schriftsteller H. G. Wells (Herbert George Wells) verfasst. Der Roman erschien erstmals 1897 als Fortsetzungsgeschichte in der Zeitschrift Pearson’s Magazine und 1898 als Buch.

Wann und wo wurde H. G. Wells geboren?

H. G. Wells wurde am 21. September 1866 in Bromley, einem Vorort von London, geboren. Er starb am 13. August 1946 in London.

Was ist die Botschaft von Der Krieg der Welten?

Wells schrieb den Roman als Satire auf den britischen Kolonialismus. Er kehrte die Rollen um: Statt andere Völker zu unterwerfen, erlebt England selbst eine brutale Invasion durch eine technologisch überlegene Macht. Damit kritisierte er den Hochmut des Imperialismus und die Vorstellung menschlicher Unbesiegbarkeit.

Wie enden die Marsianer im Roman?

Die marsianischen Invasoren werden nicht durch menschliche Waffen besiegt, sondern sterben an irdischen Bakterien und Viren, gegen die sie keinerlei Immunabwehr entwickelt haben. Dieses Ende betont die Zufälligkeit des Überlebens und die Demut gegenüber der Natur.

Welche Verfilmungen gibt es von Der Krieg der Welten?

Zu den bekanntesten Verfilmungen zählen der Klassiker von 1953, Steven Spielbergs Blockbuster mit Tom Cruise (2005) sowie eine Neuverfilmung von 2025, die auf Amazon Prime Video veröffentlicht wurde. Daneben gibt es das berühmte Hörspiel von Orson Welles (1938) und das Rock-Musical von Jeff Wayne (1978).

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