Kurze Geschichte Frankreichs: Von den Galliern bis heute

Lila Hawthorne

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Was ist die kurze Geschichte Frankreichs? Entdecken Sie sie!
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Zuletzt aktualisiert: 15. Juni 2026

Frankreich blickt auf eine der facettenreichsten Nationalgeschichten Europas zurück. Von keltischen Stämmen über das römische Gallien, das mittelalterliche Königreich der Kapetinger, den absolutistischen Glanz des Sonnenkönigs bis hin zur Revolution von 1789 und der heutigen Fünften Republik — die Geschichte Frankreichs hat die westliche Zivilisation in Recht, Sprache, Kunst und Politik nachhaltig geprägt. Der folgende Überblick führt chronologisch durch die wichtigsten Epochen.

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Urgeschichte und das keltische Gallien

Das heutige Frankreich war bereits in der Altsteinzeit besiedelt, wie die weltberühmten Höhlenmalereien von Lascaux (ca. 17.000 v. Chr.) belegen. Im ersten Jahrtausend v. Chr. prägten keltische Volksstämme — die Römer nannten sie Gallier — das Gebiet westlich des Rheins. Stämme wie die Arverner, Haeduer und Biturigen errichteten befestigte Siedlungen (oppida) und trieben regen Handel mit dem Mittelmeerraum. Die griechische Kolonie Massalia (heute Marseille), gegründet um 600 v. Chr., war dabei ein wichtiger kultureller und wirtschaftlicher Knotenpunkt.

Römisches Gallien (58 v. Chr. – 5. Jahrhundert n. Chr.)

Zwischen 58 und 51 v. Chr. unterwarf der römische Feldherr Gaius Iulius Caesar im sogenannten Gallischen Krieg fast das gesamte keltische Gallien. Der gallische Anführer Vercingetorix, der bei Alesia (52 v. Chr.) eine letzte große Koalition gegen Rom anführte, musste sich Caesar schließlich ergeben. Gallien wurde in mehrere Provinzen aufgeteilt — darunter Gallia Narbonensis, Gallia Lugdunensis und Gallia Belgica — und erlebte unter römischer Herrschaft eine Blütezeit. Städte wie Lugdunum (Lyon), Burdigala (Bordeaux) und Lutetia (Paris) entstanden oder wuchsen zu bedeutenden Zentren heran. Das Lateinische verdrängte allmählich die keltischen Sprachen und legte so den Grundstein für das spätere Französisch.

Franken, Merowinger und das frühe Mittelalter

Mit dem Niedergang des Weströmischen Reiches (476 n. Chr.) drangen germanische Völker in Gallien ein. Den Franken unter dem Merowingerkönig Chlodwig I. gelang es, die anderen Stämme zu unterwerfen und das Fränkische Reich zu errichten. Chlodwigs Taufe um 498 — einem Bündnis mit der römisch-katholischen Kirche vergleichbar — verankerte das Christentum als Staatsreligion und schuf eine Allianz von Krone und Klerus, die die französische Geschichte über Jahrhunderte prägte.

Nach dem Aufstieg der Karolinger erreichte das Frankenreich unter Karl dem Großen (regiert 768–814) seine größte Ausdehnung. Er wurde 800 in Rom zum Kaiser gekrönt. Der Vertrag von Verdun (843) teilte das Karolingerreich unter seinen Enkeln auf; das westfränkische Reich bildete den unmittelbaren Vorläufer des Königreichs Frankreich.

Die Kapetinger und das hochmittelalterliche Königreich

987 wählten die Großen des Reiches Hugo Capet zum König — die Kapetingerdynastie regierte Frankreich bis 1328 und schuf die Grundlagen des zentralisierten Königtums. Im Hochmittelalter erlebte Frankreich eine beeindruckende kulturelle Blüte: Gotische Kathedralen wie Notre-Dame de Paris (Baubeginn 1163) und die Universität Paris (gegründet um 1150) machten das Land zum intellektuellen Zentrum Europas. Gleichzeitig erschütterten der Hundertjährige Krieg (1337–1453) gegen England und die verheerende Pest (ab 1347) das Land. Die Nationalheldin Jeanne d’Arc, die im Auftrag des Dauphins die Engländer zurückdrängte und 1431 auf dem Scheiterhaufen starb, wurde zum Symbol des französischen Nationalgeistes.

Renaissance, Absolutismus und der Sonnenkönig

Im 16. Jahrhundert öffnete sich Frankreich unter François I. (reg. 1515–1547) den Ideen der italienischen Renaissance. Kunst, Wissenschaft und Literatur erlebten eine Hochblüte, während die Hugenottenkriege (1562–1598) das Land in blutige Konfessionskonflikte stürzten. Das Edikt von Nantes (1598) unter Henri IV. gewährte den Protestanten vorübergehende Religionsfreiheit.

Der Absolutismus fand seine vollendetste Form unter Ludwig XIV. (reg. 1643–1715), dem „Sonnenkönig“. Mit dem Ausspruch „L’État, c’est moi“ (Der Staat bin ich) konzentrierte er alle Macht in seiner Hand, baute das prunkvolle Schloss Versailles und machte Frankreich zur führenden Großmacht Europas. Die Aufhebung des Edikts von Nantes 1685 trieb jedoch Hunderttausende protestantischer Hugenotten ins Ausland.

Die Französische Revolution (1789–1799)

Der Staatsbankrott, die tiefe soziale Ungleichheit und die aufklärerischen Ideen von Freiheit und Gleichheit führten 1789 zur Französischen Revolution — einem der folgenreichsten Ereignisse der Weltgeschichte. Am 14. Juli 1789 stürmte das Pariser Volk die Bastille; die Feudalordnung brach zusammen. Die Nationalversammlung verabschiedete die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte. König Ludwig XVI. wurde 1793 guillotiniert. Die Phase der Terrorherrschaft unter Robespierre kostete Tausenden das Leben, bevor ein moderaterer Kurs eingeschlagen wurde.

Napoleon Bonaparte und die Kaiserzeit

Aus dem Chaos der Revolution erhob sich Napoleon Bonaparte. 1799 ergriff er durch den Staatsstreich des 18. Brumaire die Macht und krönte sich 1804 selbst zum Kaiser. Unter ihm wurden Frankreich und Europa durch die Napoleonischen Kriege tiefgreifend umgestaltet: Der Code civil (1804) kodifizierte das moderne Zivilrecht und wirkt bis heute in vielen Ländern nach. Napoleons Niederlagen — insbesondere der Russlandfeldzug 1812 und die Niederlage bei Waterloo 1815 — beendeten das Kaiserreich.

Das 19. Jahrhundert: Restauration, Revolutionen und Dritte Republik

Nach Napoleon wechselten sich Monarchie (Restauration, Julimonarchie), Republik und Kaiserreich ab. Die Revolution von 1848 brachte kurz die Zweite Republik, ehe Louis-Napoléon Bonaparte sich 1852 als Napoleon III. zum Kaiser krönte. Sein Zweites Kaiserreich endete 1870 mit der Niederlage im Deutsch-Französischen Krieg und dem Verlust von Elsass-Lothringen. Am 4. September 1870 wurde die Dritte Republik ausgerufen — die bislang dauerhafteste Staatsform Frankreichs, die bis 1940 Bestand hatte. In dieser Zeit festigten sich demokratische Institutionen, das allgemeine Männerwahlrecht wurde eingeführt, und die Dreyfus-Affäre (1894–1906) erschütterte die Gesellschaft und schärfte das Bewusstsein für Bürgerrechte und Antisemitismus.

Die Weltkriege und die Befreiung

Im Ersten Weltkrieg (1914–1918) erlebte Frankreich verheerende Verluste — rund 1,4 Millionen Soldaten fielen. Die Westfront verlief teils durch französisches Kernland; Schlachten wie Verdun und die Somme wurden zum Symbol industriellen Massentodes. Der Versailler Vertrag (1919) brachte Elsass-Lothringen zurück.

Im Zweiten Weltkrieg kapitulierte Frankreich im Juni 1940 vor Deutschland. Die Vichy-Regierung unter Marschall Pétain kollaborierte mit den Besatzern, während Charles de Gaulle von London aus den Widerstand der France Libre organisierte. Die alliierten Landungen in der Normandie am 6. Juni 1944 (D-Day) und die anschließende Befreiung Frankreichs beendeten die Besatzung.

Die Vierte und Fünfte Republik (1946 bis heute)

Nach dem Krieg gründete Frankreich 1946 die Vierte Republik, die jedoch unter politischer Instabilität und dem Algerienkrieg litt. 1958 trat Charles de Gaulle auf, um eine neue Verfassung zu entwerfen: Die Fünfte Republik stärkte die Exekutive erheblich und besteht bis heute. Frankreich wurde Gründungsmitglied der Europäischen Gemeinschaften (1957) und der NATO.

Die Studentenrevolte von Mai 1968 erschütterte Gesellschaft und Politik und leitete tiefgreifende gesellschaftliche Reformen ein. In den folgenden Jahrzehnten durchlief Frankreich mehrere Präsidentschaften — von Valéry Giscard d’Estaing über François Mitterrand und Jacques Chirac bis zu Nicolas Sarkozy, François Hollande und Emmanuel Macron, der seit 2017 amtiert. Frankreich ist heute eine nukleare Weltmacht, ständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat und eine der größten Volkswirtschaften der Welt.

Häufig gestellte Fragen

Wann begann die Geschichte Frankreichs als eigenständiges Königreich?

Als Geburtsstunde des Königreichs Frankreich gilt oft der Vertrag von Verdun (843), durch den das Westfrankenreich entstand. Als eigenständige Monarchie etablierte es sich endgültig mit der Wahl Hugo Capets zum König im Jahr 987, der die Kapetingerdynastie begründete.

Welche Bedeutung hatte die Französische Revolution für Europa?

Die Revolution von 1789 verbreitete die Ideen von Freiheit, Gleichheit und Volkssouveränität in ganz Europa. Sie beendete das feudale Ancien Régime, inspirierte demokratische Bewegungen im 19. Jahrhundert und legte die Grundlagen für die moderne Menschenrechtserklärung. Ihr Erbe prägt bis heute westliche Verfassungen.

Was ist die Fünfte Republik und wann wurde sie gegründet?

Die Fünfte Französische Republik wurde 1958 unter Charles de Gaulle gegründet. Ihre Verfassung stärkt die Exekutivgewalt des Präsidenten gegenüber dem Parlament. Sie ist die gegenwärtige Staatsform Frankreichs und die langlebigste Republik seit 1789.

Welche Rolle spielte Napoleon Bonaparte in der französischen Geschichte?

Napoleon Bonaparte (Kaiser 1804–1814/1815) reorganisierte Frankreich nach der Revolution und schuf mit dem Code civil ein modernes Rechtssystem, das weltweit Vorbild wurde. Militärisch dominierte er Europa bis zu seiner endgültigen Niederlage bei Waterloo (1815). Sein politisches und rechtliches Erbe wirkt bis in die Gegenwart nach.

Wie viele Republiken hat Frankreich bisher gehabt?

Frankreich hat bislang fünf Republiken erlebt: die Erste Republik (1792–1804), die Zweite Republik (1848–1852), die Dritte Republik (1870–1940), die Vierte Republik (1946–1958) und die noch heute bestehende Fünfte Republik (seit 1958).

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